Geburt – zehn Fragen, zehn Antworten

Alles, was du über den Geburts­ablauf, natürliche Geburt, Kaiser­schnitt, Wochen­bett und den Start ins Familien­leben wissen solltest.

Format:
Podcast
Autor:
Maya McKechneay
zuletzt geändert:
10.03.2026
Lesezeit:
3 Minuten

IN DIESEM ARTIKEL ERFÄHRST DU, ...

  • was bei einer Geburt planbar ist, was nicht – und woran du merkst, dass es losgeht.
  • welche Unterschiede es zwischen vaginaler Geburt und Kaiser­schnitt gibt und in welchen Situationen eine PDA hilft, den Geburts­schmerz auszuhalten.
  • dass sich viele Frauen eine 1:1-Betreuung durch eine Wahl­hebamme wünschen.

Eine Geburt lässt sich nicht durchplanen – aber gut vorbereiten. Hebamme Erika Heimhilcher begleitet seit vielen Jahren werdende Eltern durch Schwanger­schaft, Geburt und Wochen­bett. Im losleben.stories-Podcast beantwortet sie die wichtigsten Fragen. Hier findest du die Essenz aus zehn Folgen.

Was ist planbar – und was nicht?

Planbar ist dein Setting: Wo möchtest du gebären? Im Krankenhaus, im Geburts­haus oder zu Hause? Mit Wahl­hebamme oder mit der Hebamme im Dienst? Nicht planbar ist der genaue Verlauf. Geburt bedeutet loslassen. Je detaillierter die Erwartung, desto größer die mögliche Ent­täuschung. Wichtig ist Vertrauen – ins Team und in deinen Körper.
→ Mehr dazu in Folge 2.1

Geburts­umgebung, Hebamme und Co.: Wo soll das Kind zur Welt kommen – und wer ist dabei?

Die Wahl hängt von deiner Schwanger­schaft ab – und davon, wo du dich sicher fühlst. Haus­geburten kommen bei kompli­kations­losen Schwanger­schaften infrage. Im Kranken­haus gibt es unter­schiedliche Settings, inklusive hebammen­geleiteter Geburt. Eine Wahl­hebamme bietet kontinuierliche 1:1-Betreuung – man kennt sich und vertraut sich – das schafft Sicherheit.

Wichtig: Geburt ist Team­arbeit. Als werdende Mutter bist du die aktive Person im Prozess.
→ Mehr dazu in Folge 2.2

Vaginale Geburt und Kaiserschnitt: Welche Möglichkeiten gibt es?

Beides sind Geburten. Der Begriff „natürliche Geburt“ wertet unnötig. Ein Kaiser­schnitt (oder wertfrei ausgedrückt: „Bauch­geburt“) kann geplant, gewünscht oder medizinisch notwendig sein. Echte Not­kaiser­schnitte sind selten. Die vaginale Geburt bringt meist eine schnellere körper­liche Erholung. Aber: Es gibt kein „besser“ oder „schlechter“. Entscheidend ist, womit du dich gut fühlst.
→ Mehr dazu in Folge 2.3

Der Countdown läuft: Was passiert in den letzten Wochen der Schwanger­schaft?

Körper und Psyche bereiten sich vor: Senk­wehen, steigender Druck auf den Becken­boden, Nestbautrieb.

Jetzt ist Zeit für:

  • Kliniktasche packen
  • Dokumente vorbereiten
  • Geburts­ablauf mit Begleit­person (zum Beispiel dem Vater) besprechen
  • Unter­stützung fürs Wochen­bett organisieren

Wichtigster Tipp der Hebamme: Plane das Wochen­bett genauso bewusst wie die Geburt. Gönn dir die Erholung. Dein späteres Ich wird es dir danken.
→ Mehr dazu in Folge 2.4

Wie merke ich, dass es losgeht?

Sichere Zeichen sind:

  • regel­mäßige Wehen (alle 5 Minuten, eine Minute lang, über mindestens eine Stunde)
  • oder ein Blasen­sprung

Unsichere Zeichen, wie der Abgang des Schleim­pfropfs, sind kein Start­signal.

Und: Blasen­sprung ist kein Not­fall wie im Film. Entspann dich, du hast Zeit. Gerade erste Geburten dauern meist länger, als die Mütter glauben.
→ Mehr dazu in Folge 2.5

Splitscreen mit zwei Frauen, beide mit Headset und Mikrofon im Gespräch.
Hebamme Erika Heimhilcher, die rund 1000 Geburten begleitet hat, im Gespräch mit Journalistin Maya McKechneay – bei der Erinnerungen an die Geburten ihrer eigenen Kinder lebendig wurden.

Du findest unseren losleben.stories-Podcast auf allen üblichen Podcast­plattformen – oder hörst direkt hier bei uns rein! Im Podcast bezieht ein:e Expert:in Stellung zu Alltagsfragen aus den Bereichen Körper, Psyche und (finanzielle) Zukunft.

Wie halte ich die Geburtsschmerzen aus?

Schmerz ist individuell. Unter­stützend wirken:

  • Bewegung
  • Wärme und Wasser
  • Atmung
  • Massagen
  • Schmerz­mittel oder PDA

Eine PDA ist kein Zeichen von Schwäche. Geburt ist kein Wettkampf. Entscheidend ist, was du in diesem Moment brauchst.
→ Mehr dazu in Folge 2.6

Was passiert in der Eröffnungs­phase?

In dieser Phase öffnet sich der Mutter­mund auf 10 Zentimeter. Richtwert: etwa ein Zentimeter pro Stunde.

Bewegung ist jetzt zentral. Aufrechte und vornübergebeugte Positionen helfen dem Baby, sich optimal ins Becken zu drehen und tiefer­zu­treten. Die Hebamme kontrolliert regel­mäßig Mutter­mund und Herz­töne des Babys.
→ Mehr dazu in Folge 2.7

Austreibungs­phase: Pressen oder schieben?

Ist der Mutter­mund vollständig geöffnet, beginnt die aktive Phase. Erika spricht lieber von „mitschieben“ als von „pressen“. Das Druck­gefühl wird intensiver – vergleichbar mit starkem Stuhl­drang. Geschoben wird nur während einer Wehe. Viele Frauen erleben diese Phase trotz Intensität als kraftvoll – weil sie aktiv mitarbeiten können und den Fort­schritt spüren.
→ Mehr dazu in Folge 2.8

Welche Rolle spielen Partner:innen?

Begleit­personen sind bei einer Geburt Halt­geber:innen, Schutz­schild und Kommunikator:innen. In manchen Ländern und Kulturen ist es üblich, dass nicht die:der Partner:in, sondern die Mutter oder Schwieger­mutter der Gebärenden die Geburt begleiten. In Österreich sind oft die Väter dabei.

Mögliche Unterstützungsmaßnahmen:

  • Vorab besprochene Wünsche an das Geburtsteam weitergeben
  • ungefragt Wasser reichen
  • Ruhe bewahren
  • Notizen machen – um sich später an den Ablauf zu erinnern

Direkt nach der Geburt, während des Wochen­betts übernehmen Väter, Partner:innen oder andere Angehörige eine zentrale Rolle: kochen, einkaufen, Besuch fern­halten. Warum ist das Wochen­bett so wichtig? Mutter und Kind sollen in Ruhe zueinander finden. Und: Frauen, die sich in den ersten Wochen nicht schonen, leiden später oft unter un­frei­willigem Harn­abgang (Inkontinenz).
→ Mehr dazu in Folge 2.9

Bonding mit dem Baby – was passiert in den ersten Momenten?

Die erste Stunde nach der Geburt nennt man „Golden Hour“. Haut-zu-Haut-Kontakt stabilisiert Atmung und Temperatur des Babys und fördert bei der Mutter die Oxytocin-Ausschüttung. Die Erst­unter­suchung (U1) und der APGAR-Test erfolgen direkt nach der Geburt – ohne das Baby von der Mutter zu trennen. Stillen beginnt mit dem Kolostrum, der nährstoff­reichen Vormilch. Geduld ist gefragt: Stillen ist ein gemeinsamer Lern­prozess.

Wichtigster Rat der Hebamme:
Vergiss deine eigenen Bedürfnisse nicht! Ich wünsche mir für jede Frau, dass sie liebevoll umsorgt wird. Dass sie in dieser Zeit Ruhe hat, anzu­kommen, zu heilen und sich in ihrer neuen Rolle zu finden.
→ Mehr dazu in Folge 2.10

Fazit

Geburt ist nicht kontrollierbar – aber gestaltbar. Mit Information, Vertrauen und Unterstützung wird sie zu einem kraft­vollen Erlebnis.
Und am Ende zählt vor allem eines: Dass du dich gut begleitet fühlst – auf deinem Weg.

Foto von einer selbstbewussten jungen Frau mit lockigem dunklem Haar. Sie trägt einen schwarzes, langärmliges Oberteil und eine Hose im Animal Print, dahinter ist ein einrahmtes buntes Bild an der Wand zu sehen.
Erika Heimhilcher ist Hebamme, systemische Coachin und Beraterin in Wien. Sie begleitet Frauen und Paare in der Schwanger­schaft, bei der Geburt und während der Eltern­schaft – bietet Betreuung im Wochen­­bett und berät beim Stillen – offen, wert­schätzend und ohne gesellschaft­lichen Druck.
© suna.films

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